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Rückblick mit Stolz
Unser Freibad in neuem Glanz - Förderverein setzte sich für Erhalt des Bades ein
Schon das warme Frühjahr 2003 ließ auf einen entsprechenden Sommer hoffen. Und so war es dann auch. Die Menschen – insbesondere die badefreudigen – konnten kaum die Eröffnung der Badesaison erwarten. An deren Ende wurden dann über 60.000 Besucher im Schwimmbad Sayn gezählt.
Und doch gab es in dieser Freude auch bange Fragen: Soll unser Bad wirklich geschlossen werden? Jedenfalls stand es bei der Stadt Bendorf zur Diskussion, wie verlautete. Die Kosten seien zu hoch, die Technik des über 70 Jahre alten Bades nicht mehr vorschriftsgemäß, und die Folienauskleidung des Beckens sei auch hinfällig.
Unser herrlich im Sayntal gelegenes, von Bäumen umrahmtes und von den Bürgern seit Generationen genutztes Bad soll geschlossen werden? Was ist zu tun? Wir lassen die Bevölkerung sprechen! Das warme Pfingstfest mit seinen vielen Badegästen war gerade recht, eine Unterschriftenaktion für die Erhaltung des Bades einzuleiten. Mit 567 Unterschriften an zwei Tagen war das Echo derart überzeugend, dass der Autor, der von vielen Badefreunden um Hilfe gebeten worden war, unmittelbar darauf zu einer Gründungsversammlung einlud und anschließend beim Registergericht die Gründung eines eingetragenen Vereins beantragte, dem heute rund 550 Mitglieder angehören. Der „Förderverein Bad Sayn e.V.“, so sein Name, hatte sich die Erhaltung des Bades zum einzigen Ziel, gesetzt. Und alle seine Aktivitäten, die Mitgliedsbeiträge und Spenden sollten ausschließlich diesem Ziel dienen.
Also fing man gleich damit an, ging mit seinen Zielen in die Medien, warb um Mitglieder und Zustimmung zum Programm. Der Verein fand einheimische Geschäftsleute, die sich für die Verschönerung, Ausbesserung und Werbung des Bades einsetzten, wie z.B. den Maler Eifler aus Sayn, der das Bad-Gebäude innen und außen kostenfrei renovierte, den Metallbauer Breuer zur Ausbesserung des Zaunes, den Schreiner Ernst Schumacher, der sich der Umkleidekabinen annahm, den Optiker Pieler, der neue Federtierchen stiftete, den Designer Gotthold Borchert für die Werbemaßnahmen, Reiner Bing als Gestalter der Homepage (www.bad-sayn.de) und nicht zuletzt die Sparkasse Koblenz als wesentlichen Sponsoren. Dazu kamen Geldspenden von privater Seite – auch aus den USA. Der Förderverein selbst stiftete eine Markise im Wert von 7.000 EURO als Schattenspender für die Mütter von Kleinkindern am Planschbecken und einen Defibrillator für Notfälle.
Die Anziehungskraft des Bades wurde aber auch durch die Einführung von Schwimmkursen für Kinder, Gymnastik-Angebote für Erwachsene sowie Tauch- und Schnorchelkurse erhöht, wobei insbesondere den aktiven Mitgliedern zu danken ist, die die Kurse leiteten und einen erheblichen Anteil ihrer Einnahmen dem Verein spendeten. Die Schulen – und auch die Pfadfinder St. Georg aus dem Lager Brexbachtal - wurden zur verstärkten Nutzung des Bades eingeladen.
Alle diese Maßnahmen beruhten auf einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit, die durch die Aneignung von Fachkenntnissen gestützt wurde, wie z.B. den Besuch von Bäder-Messen in Stuttgart und der Interbad Düsseldorf, die Besichtigung anderer Bäder nah und fern (Köln), die Teilnahme an Besichtigungsfahrten des Bundesfachverbandes Öffentlicher Bäder und das Abonnement von Fachzeitschriften. Diese Informationen waren bei der Beurteilung unseres Bades und seiner weiteren Entwicklungsmöglichkeiten sehr hilfreich.
Kommunalpolitiker und die Bevölkerung wurden zu Vortragsveranstaltungen im Rathaus Bendorf eingeladen. Der Verein hatte Fachleute gewonnen, die über die Modernisierung des Bades sprachen und diskutierten, wie z.B. über die Unterschiede der Beckenauskleidung mit Folie oder Edelstahl sowie die damit verbundenen technischen Voraussetzungen und Preise.
Der Erfolg dieser gezielten Maßnahmen zeigte sich auch in der hohen Zahl der Vereinsmitglieder, was sich wiederum in der Politik signalisierend auswirkte: Alle Parteien Bendorfs sprachen sich bereits zur Wahl 2005 einstimmig für die Erhaltung und Erneuerung des Schwimmbades aus. Nach Gesprächen mit Land und Kreis wurden vom Land Rheinland-Pfalz 400.000 EURO Fördermittel zugesagt.
Wie geht es weiter? Hatten wir damit unser Ziel erreicht? Jedenfalls wurde mit den Umbaumaßnahmen unmittelbar nach der Badesaison 2008 am 1.September begonnen. Es wird ein modernes, technisch leistungsfähiges Freibad, dessen Becken nicht nur mit Edelstahl für eine lange Lebenszeit ausgekleidet sein werden, sondern das auch eine Reihe von Attraktionen zu bieten hat, wie z.B. einen Nichtschwimmer-Erlebnisbereich mit Breitrutsche, Nackendusche, Massage-Düsen, Luftbrodelberg, Liegemulde und mehr.
Die nächsten Ziele des Vereins bestehen darin, weitere Mitglieder und Sponsoren zu gewinnen, die Werbung und Bandenwerbung im Hinblick auf das neue Bad durchzuführen und mit den Schulen einen Weg zu finden, wie die Klassen aus weiter entfernten Schulen Bendorfs preisgünstig mit einem Bus in Sport- Doppelstunden zum Bad und zurück kommen können. Aber damit sind unsere Ideen noch nicht erschöpft, und wir nehmen gern Vorschläge auf, wie sich die Attraktivität unseres Bades noch weiter steigern lässt.
Wir danken den Parteien und der Stadtverwaltung Bendorf für die hervorragende Zusammenarbeit.
Dr. Dietrich Goerke Bendorf, den 06.12.08
Gründer und Vorsitzender
des Fördervereins Bad Sayn e.V.